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Maulbronn

Mittelalterliches Dorf mit Turm, Maulbronn  / Stuttgartbild Nr. 41682116
Mittelalterliches Dorf mit Turm, Maulbronn | ©: ferretcloud - Fotolia

Die Stadt Maulbronn gehört zum Enzkreis und befindet sich in der Nähe von Mühlacker und Knittlingen. Sie besteht aus den Stadtteilen Maulbronn, Schmie und Zaisersweiher. Zum Stadtteil Maulbronn gehören außerdem zahlreiche Gehöfte, das Elfinger Berghaus sowie der Bahnhof Maulbronn-West und der Stadtbahnhof Maulbronn.

Da sich das gesamte Stadtgebiet von Maulbronn am nahe gelegenen Limes befindet, wurde es bereits in der Römerzeit besiedelt. Zahlreiche Funde - zum Beispiel von römischen Ritterstatuen - können dies belegen. Im Jahr 1147 wurde außerdem das Kloster Maulbronn gegründet, welches auf eine Schenkung des Bischofs von Speyer zurückgeht, die dieser an den Zisterzienserorden machte. Dieses Kloster ist auch heute noch der Mittelpunkt der Stadt und wird jedes Jahr von zahlreichen Touristen besucht. Daher lohnt es sich, dessen Geschichte etwas näher zu beleuchten.

Brunnen im Klooster Maulbronn  / Stuttgartbild Nr. 15563483
Brunnen im Klooster Maulbronn | ©: focus finder - Fotolia

Nach seinem Bau entwickelte sich das Kloster Maulbronn schnell zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentrum der gesamten Gegend. Auch politisch nahm das Kloster fortan großen Einfluss auf die Geschehnisse, was bis zur Zeit der Reformation andauerte. Seine Vormachtstellung nützte ihm schließlich nichts mehr, als das Kloster im 18. Jahrhundert säkularisiert wurde. Von dieser Zeit an ließ sich ein Vogt im Kloster nieder, der schließlich im Jahr 1759 zum Oberamtmann ernannt wurde.

Innerhalb der Jahrzehnte und Jahrhunderte entstand rund um das Kloster Maulbronn eine Ansiedlung, die sich stetig vergrößerte. Daraus entstand im Jahr 1838 schließlich die Gemeinde Maulbronn, welche dann 1886 zur Stadt erhoben wurde. Sie gehörte zur damaligen Zeit zum Neckarkreis im Königreich Württemberg, und war sogar bis 1938 Oberamtsstadt.

Kloster Maulbronn, Weltkulturerbe  / Stuttgartbild Nr. 25156046
Kloster Maulbronn, Weltkulturerbe | ©: Martin Schlecht - Fotolia

Eine echte Explosion der Bevölkerungszahl in Maulbronn ergab sich nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich viele Heimatvertriebene hier niederließen. Schon zuvor glich Maulbronn aufgrund seines Klosters und der vielen herrschaftlichen Gebäude eher einer angesehenen Stadt, als einer kleinen, unbedeutenden Gemeinde. Dazu trug auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region ihren Teil bei, schließlich verfügte Maulbronn schon sehr früh über mehrere Standbeine. In erster Linie ist hierbei der überall in Baden-Württemberg verbreitete Weinanbau zu nennen, aber auch die Natursteinindustrie wuchs in dieser Region rasant. Man spricht hierbei auch vom so genannten Maulbronner Schilfsandstein, den bereits die Zisterziensermönche aus dem Kloster abbauten und überregional vertrieben. In der Folge ließen sich zahlreiche Steinmetze und Steinhauerbetriebe rund um Maulbronn nieder, was wiederum einen wirtschaftlichen Aufschwung zur Folge hatte. Noch heute wird Naturgestein in der Gegend um Maulbronn abgebaut, allerdings spielt diese Industrie nur noch eine untergeordnete Rolle.

In den 1970er-Jahren vergrößerte sich Maulbronn nochmals. Zunächst wurde am 1. Januar 1970 der bis dato unabhängige Ort Schmie eingemeindet, im Jahr 1975 folgte dann auch die Gemeinde Zaisersweiher. In diesem Zuge entstand am 1. Januar 1975 die bis heute bekannte Stadt Maulbronn.

Die Haupt-Sehenswürdigkeit der Stadt Maulbronn ist selbsterklärend das ehemalige Zisterzienserkloster. Dieses gehört seit dem Jahr 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe und beherbergt noch heute eine evangelische Klosterschule. Bekannt ist diese Schule unter anderem für ihren Schüler Hermann Hesse, welcher ihr unter anderem mit seinem bekanntesten Buch „Narziss und Goldmund“ seine Würdigung aussprach. Das Kloster ist bis heute außerordentlich gut erhalten, zu ihm gehören unter anderem ausgedehnte Weinberge sowie mehrere künstlich angelegte Fischteiche, die ebenfalls bereits mehrere Hundert Jahre alt sind. Insbesondere die Weinberge rund um das Kloster sind bei Kennern besonders beliebt, Weinexperten sprechen hierbei sogar von den wertvollsten Rebhügeln in ganz Deutschland. Fakt ist jedoch, dass die Weine des Klosters Maulbronn heute in der ganzen Welt besonders begehrt sind.

Das Kloster Maulbronn befindet sich heute im Besitz des Bundeslandes Baden-Württemberg. Zur Pflege und Betreuung sämtlicher staatlichen Schlösser und Burgen in Baden-Württemberg wurde eine eigene Einrichtung gegründet, die sich auch um die Erhaltung des Klosters Maulbronn kümmert. Die Besucherzahlen sind seit der Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe regelrecht explodiert. Um diesem Trend zu erhalten, veranstaltet man regelmäßige Events in und um das Kloster, z. B. Konzerte, kostümierte Führungen und Ähnliches.

Selbstverständlich hat Maulbronn über das Kloster hinaus noch einige weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten. So wurde beispielsweise der Stadtbahnhof Maulbronn in Bezug auf seine Architektur der des Klosters nachempfunden, was ihn heute besonders sehenswert macht. Auch die Gemeinden Zaisersweiher und Schmie sind unbedingt einen Besuch wert, hier findet man viele idyllische Gassen, Fachwerkhäuser sowie kleine Gaststätten und Straußwirtschaften.

Eine ganz besondere Sehenswürdigkeit ist die im Jahr 2001 in Maulbronn errichtete Mimar-Sinan-Moschee. Das reizvoll gestaltete Gebäude verfügt über ein fast 20 m hohes Minarett und hält einen Gebetsraum von 750 m² Fläche bereit. Allerdings kann das Gebäude nur von außen besichtigt werden.

Fazit: Die Stadt Maulbronn ist heute insbesondere durch das gleichnamige Kloster überregional bekannt. Kein Wunder - schließlich zählt dieses zum UNESCO-Weltkulturerbe und zieht daher Besucher aus der ganzen Welt an. Man sollte sich jedoch die Zeit nehmen, auch einmal die Sehenswürdigkeiten abseits des bekannten Klosters zu erkunden, es lohnt sich auf jeden Fall!

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