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Die Dreigroschenoper in Stuttgart

Einen Ausflug in die düstere Welt der 1920er Jahre können die Besucher im Stuttgarter Staatstheater machen. Denn an insgesamt zehn Abenden präsentiert das Schauspiel Berthold Brechts Dreigroschenoper auf der Bühne. Zwar sind Premiere, Schlussvorstellung und die Juni-Vorstellungen bereits ausverkauft, doch für alle Aufführungen im Juli sind noch Karten erhältlich.

Die Handlung

In der Dreigroschenoper, die am 31. August 1928 Premiere feierte und bis 1933 als erfolgreichste deutsche Theateraufführung galt, zeigt die düstere und kriminelle Seite des bürgerlichen Lebens in der Großstadt. Die Themen des Stückes sind Gier, Korruption und Gewalt. Berthold Brecht schildert in der Dreigroschenoper den Konkurrenzkampf zwischen Mackie Messer und dem Bettlerkönig Peachum, die beide große Gewinne mit der Armut der Menschen machen. Das Stück ist im Londoner Stadtteil Soho des 18. Jahrhunderts angesiedelt, jedoch darf es vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung in der Weimarer Republik durchaus als kritische Reflexion des Zeitgeschehens und grundsätzliche Kapitalismuskritik verstanden werden. Denn Brecht lässt seine Protagonisten folgendes Resümee ziehen: Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?"

Der Autor

Der gebürtige Augsburger Berthold Brecht gilt als einer der einflussreichsten deutschen Lyriker und Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Berthold Brecht wuchs in gesicherten Verhältnissen aus und begann schon als Jugendlicher zu dichten. Seine politischen Einstellungen machten ihm jedoch zu schaffen. So störten die Nationalsozialisten bereits ab 1930 damit, Aufführungen seiner Stücke zu stören. Das Gipfelte darin, dass Anfang 1933 in Berlin eine Aufführung des Stücks "Die Maßnahme" unterbrach und die Veranstalter wegen Hochverrats angeklagt wurden. Am 28. Februar flüchtete Berthold Brecht samt Familie ins Ausland. Erst als in der sowjetischen Besatzungszone die ersten Theater wiedereröffnet wurden, kehrte Berthold Brecht aus Zürich zurück nach Berlin. Er blieb bis zu seinem Tod am 14. August 1956 in Ostberlin, und wurde von den sozialistischen Machthabern zum bürgerlichen Intellektuellen hochstilisiert, der seinen Weg zum Kommunismus gefunden hatte.

Juni 2014



weitere Meldungen zu Stuttgart im Archiv bis 12.2014, ab 2015.

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