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Stuttgarter Ballett: Ein Abschied mit Wehmut

Gleich zwei bekannte Gesichter gibt es künftig nicht mehr auf der Bühne des Stuttgarter Balletts zu sehen: Denn die beiden Solisten Maria Eichwald und Filip Barankiewitz gaben gleichzeitig ihren Abschied vom Ballett Stuttgart bekannt.

Eines der führenden Ballettensembles

Die baden-württembergische Landeshauptstadt besitzt eine lange Balletttradition, die bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts zurück reicht. Allerdings handelte es sich zur Mitte des 20. Jahrhunderts eher um eine kleine Balletttruppe. Einen rasanten Aufschwung erlebte das Ballett Stuttgart jedoch, als 1957 Nicholas Beriozoff die Direktion des Theaters übernahm. Zunächst vergrößerte er das Ensemble und inszenierte in Stuttgart abendfüllende Klassiker wie "Schwanensee" neu. Damit legte er den Grundstein für den späteren Erfolg. Dieser stellte sich im Dezember 1962 ein, als das Stück "Romeo und Julia" des neuen Direktors John Cranko Premiere feierte. Seit dieser Zeit gilt das Stuttgarter Ballett als eines der weltweit führenden Ensembles.

Abschied nach zehn Jahren

Maria Eichwald, die zuvor auf internationalen Bühnen wie dem Königlichen Dänischen Ballett getanzt hatte, wurde 2004 zur Ersten Solistin in Stuttgart. Nun verlässt die gebürtige Kasachin das Haus nach zehn Jahren. Sie hatte sie nach einem etwas schwierigen Start, der daraus resultierte, dass sie in einem Interview einen Vergleich zwischen den Städten München und Nürnberg gezogen hatte, schnell in Stuttgart eingelebt. Hier spielte sie wichtige Rollen wie die "Kameliendame", in der sie durch die enge Zusammenarbeit mit John Neumeier gelernt hatte, dass jede noch so winzige Geste eine eigene Geschichte erzählt. Nach einem relativ schwierig zu tanzenden Part im "Sandmann" musste sie eine zweijährige Pause einlegen und wurde von ihren Stuttgarter Fans anschließend mit stürmischem Applaus begrüßt. Künftig will sie als freischaffende Tänzerin arbeiten und zunächst ihr Studium der Choreologie abschließen.

Das Ende einer Ära

Der Abschied des Ersten Solisten Filip Barankiewitz kommt nach 18 Jahren am Stuttgarter Ballett dem Ende einer Ära gleich. Seinen Einstand hatte er 1996 mit einer kleinen Rolle in "Romeo und Julia" gefeiert. Jedoch verletzte sich der Hauptdarsteller während der Aufführung, sodass er den Part des tragischen Liebhabers schon lange vor seinem eigentlichen Rollendebüt gespielt hatte. Er will zunächst weiter tanzen, langfristig aber eher als Trainer und Coach arbeiten.

Juli 2014



weitere Meldungen zu Stuttgart im Archiv bis 12.2014, ab 2015.

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