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Eva Hosemann: aus dem Theater Rampe auf die Burg

Nach 15 Jahren wagt Eva Hosemann einen beruflichen Neustart: Sie hatte 15 Jahre lang das Stuttgarter Theater Rampe geleitet und zeichnet nun für die aktuelle Inszenierung "Die Päpstin" bei den Burgfestspielen Jagsthausen verantwortlich. Das Stück basiert auf dem Roman der Schriftstellerin Donna Woolfolk, in dem sie den Stoff der legendären Päpstin Johanna literarisch aufarbeitet. Die aktuelle, deutsche Bühnenfassung existiert seit Anfang 2012 und feierte am 21. Juni 2012 bei den Sommerspielen Melk Premiere. Eva Hosemann hat bei den Burgfestspielen Jagsthausen die Aufgabe der Co-Intendanz an der Seite von Axel Schneider.

Päpstin Johanna: eine faszinierende historische Figur

Die Tatsache, dass die Figur der Päpstin Johanna nicht historisch belegt ist, soll keinen Einfluss auf die Inszenierung haben. Denn wichtiger als die historische Korrektheit ist Eva Hosemann die Tatsache, dass diese Figur die Menschen seit Jahrhunderten beschäftigt. Faszinierend ist die Figur vor allem deshalb, weil Johanna im 9. Jahrhundert gelebt haben soll, also in einer Zeit großer und radikaler Umbrüche: Die bisherige Ordnung innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation geriet ins Ungleichgewicht, weil das Reich nach dem Tod Karls des Großen aufgeteilt worden war. Zudem schwelte der offene Streit zwischen Papst und Kaiser, wer der wahre Vertreter Gottes auf Erden sei.

Konventionen werden aufgebrochen

Mit dem aktuellen Stück der Burgfestspiele Jagsthausen will Eva Hosemann auch Konventionen aufbrechen. So lauten einige Kernfragen des Stücks beispielsweise, warum Frauen in der Gesellschaft weniger Wert sind oder warum Kranke ausgestoßen werden. Die Co-Intendantin ist zuversichtlich, dass sich das Stück, das von der Autorin Susanne Felicitas Wolf sehr szenisch geschriebene Stück vor der mittelalterlichen Kulisse hervorragend umgesetzt werden kann. Für Hosemann bedeutet das eine komplett neue Erfahrung. Denn im Theater Rampe, das einen geschlossenen Theaterraum besitzt, konnte sie nicht mit dieser Opulenz, die charakteristisch für den Spielort in Jagsthausen ist.

Juli 2014



weitere Meldungen zu Stuttgart im Archiv bis 12.2014, ab 2015.

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