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Grabkapelle auf dem Württemberg

Stuttgart Rotenberg  / Stuttgartbild Nr. 27720882
Stuttgart Rotenberg | ©: sculpies - Fotolia

Ein ganz besonders malerisches Ausflugsziel bietet sich dem Besucher Stuttgarts auf dem gut 400 m hohen Württemberg. Es handelt sich dabei um die Grabkapelle, die bereits seit 1821 hier zu finden ist. Nicht nur die Kapelle selbst beeindruckt mit ihrer monumentalen Architektur, auch der gebotene Fernblick von der Spitze des Württembergs ist ein echtes Highlight.

Doch warum befindet sich an dieser exponierten Stelle überhaupt eine Grabkapelle?

Zunächst muss man wissen, dass sich am gleichen Ort seit dem 11. Jahrhundert die Stammburg der Württemberger, den herrschenden Adelsgeschlecht, befand. Der Grund für die Wahl des Ortes liegt auf der Hand: für die Verteidigung der eigenen Ländereien musste ein strategisch günstiger Platz gewählt werden. Und genau diesen fand man auf dem Württemberg mit seiner optimalen Fernsicht. Kein Wunder also, dass sich die Württemberger sehr gut gegen Feinde und Angreifer zur Wehr zu setzen wussten.

Grabkapelle auf dem Rotenberg bei Stuttgart  / Stuttgartbild Nr. 37170439
Grabkapelle auf dem Rotenberg bei Stuttgart | ©: Rolf Langohr - Fotolia

Mehr als 800 Jahre bestand die Burg an ihrem Platz, bis im Jahr 1819 ein unvorhergesehenes Ereignis dafür sorgte, dass König Wilhelm I. den Entschluss fasste, die Burg komplett abzutragen. Das Ereignis war der Tod seiner Gemahlin im Alter von gerade einmal 30 Jahren. Als das Volk die Nachricht vom Tode der Königin Katharina von Württemberg erfuhr, brach allerorten eine große Bestürzung aus. Auch König Wilhelm I. war tieftraurig und geschockt. Der Wunsch seiner Gattin, auf dem Württemberg ihre letzte Ruhestätte zu finden, war ihm Befehl, und so ergab es sich, dass er noch im selben Jahr die Burg komplett beseitigen ließ. Gleichzeitig wurde ein Wettbewerb für den besten Entwurf für eine monumentale Grabkapelle ins Leben gerufen, in der die dahingeschiedene Königin ihre letzte Ruhe finden sollte.

Wie später auch beim bekannten Wilhelmspalais, entschied sich der König auch bei diesem Bauwerk für den Entwurf des Hofbaumeisters Giovanni Salucci. Im Frühling 1820 konnte schließlich mit dem Bau der Grabkapelle begonnen werden, die Bauzeit betrug nur etwas über ein Jahr – was auch daran lag, dass der König die Bauarbeiten ständig überwachte und vorantrieb. Die Königin sollte schließlich nicht zu lange auf ihre letzte Ruhestätte warten müssen.

Es entstand ein wahres Meisterwerk zeitgenössischer Architektur, fast komplett aus Sandstein gebaut und mit Anleihen an zahlreiche andere Prunkbauten in aller Welt, zum Beispiel das Pantheon. Der Architekt entschied sich für einen repräsentativen Rundbau, dessen Hauptelement die große Grabhalle darstellt, die von einer Kuppel überwölbt wird. Getragen wird diese Kuppel von einer Vielzahl von Säulen und Pilastern, die im korinthischen Stil gestaltet sind. Der König scheute keine Kosten und Mühen, seiner geliebten Gemahlin eine angemessene Ruhestätte zu bauen. Noch bis in die heutige Zeit beeindrucken die Baukunst und vor allem die Liebe, mit der die Grabkapelle bis in das kleinste Detail ausgestaltet wurde.

Weinberg im Herbst am Rotenberg  / Stuttgartbild Nr. 11150858
Weinberg im Herbst am Rotenberg | ©: S.Külcü - Fotolia

Heute ist die Grabkapelle auf dem Württemberg ein überaus beliebtes Ausflugsziel, sowohl für die Bevölkerung Stuttgarts und des Umlandes als auch für Besucher aus der ganzen Welt. Der Ort bietet bei schönem Wetter einen atemberaubenden Ausblick über den gesamten Talkessel der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Doch nicht nur das: Auch weitere hochherrschaftliche Gebäude – wie beispielsweise die Wilhelma oder das Schloss Rosenstein – befinden sich in direkter Sichtweite zur Grabkapelle.

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