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Klösterle

Klösterle, eines der ältesten Häuser in Stuttgart  / Stuttgartbild Nr. 23073167
Klösterle, eines der ältesten Häuser in Stuttgart
©: Yuriy Davats - Fotolia

Beim Klösterle handelt es sich um das älteste Gebäude der Stadt Stuttgart. Das Haus befindet sich im Stadtteil Bad Cannstatt und wurde im Jahr 1463 erbaut. Besucher der Stadt dürften es in jedem Fall zu Gesicht bekommen, liegt es doch in der sehr gut frequentierten Fußgängerzone in der Innenstadt von Bad Cannstatt. Errichtet wurde das Gebäude ursprünglich, um als Heimat für die Beginen zu dienen. Dabei handelt es sich um einen liberalen Frauenorden, der ohne die üblichen, strengen Ordensregeln auskam. Im Zuge des Baus wurde auch eine gotische Kapelle mit in das Gebäude integriert, was es heute in ganz Europa einzigartig macht.

Über Jahrhunderte wurde das Klösterle seinem ursprünglich zugedachten Zweck gerecht, erst nach Aufgabe des Ordens erfuhr es dann wechselhafte Nutzungen. In diesem Zuge blieb es nicht aus, dass das Klösterle zunehmend verfiel, was man immer wieder durch eher halbherzige Reparatur- und Restaurationsmaßnahmen aufzuhalten versuchte.

Anfang der 1980er- Jahre besann man sich in Stuttgart auf die umfassende Tradition dieses Gebäudes und entwickelte erste Pläne, es originalgetreu zu restaurieren. Allerdings erwies sich dieses Vorhaben als nicht gerade einfach. Um auch an die letzten Reste der alten Substanz zu gelangen, und diese nach Möglichkeit für die Ewigkeit zu konservieren, zerlegte man dazu das ganze Gebäude vollständig und baute es anschließend in mühevoller Kleinarbeit und unter Verwendung möglichst großer Teile der originalen Substanz im Jahr 1983 wieder auf. Dazu musste ein großer Geldbetrag aufgewendet werden, der zum Teil durch die Initiative „Pro Alter Cannstatt“ finanziert wurde.

Heute beherbergt das Klösterle sowohl gehobene Gastronomie als auch - in der angrenzenden Scheuer - das sehenswerte Stadtmuseum Bad Cannstatt. Zunächst zur Gastronomie: Das gleichnamige Restaurant gilt inzwischen als Geheimtipp unter Gourmets aus aller Welt, hier verzaubert Nick Hemberger seine Gäste mit bodenständigen badischen Spezialitäten, denen es an dem nötigen Pfiff trotzdem nicht mangelt. Wer schon immer einmal handgemachte Spätzle oder einen deftigen badischen Braten essen wollte, der sollte sich im Rahmen seines Stuttgart-Besuchs unbedingt Zeit für einen Besuch im Klösterle nehmen. Verbunden ist das Restaurant im Klösterle außerdem mit einer Weinstube, die mit ihrem riesigen Angebot insbesondere regionaler Weine Einheimische und Besucher zu einer ausgedehnten Weinprobe geradezu einlädt.

Ebenso sehens- und besuchenswert wie das Restaurant im Klösterle ist auch das in einer ehemaligen Scheune als Nebengebäude untergebrachte Stadtmuseum von Bad Cannstatt. Hier findet der Besucher sämtliche Stationen in der Geschichte der ehemals unabhängigen Gemeinde Bad Cannstatt, die schließlich im Jahr 1905 mit der späteren baden-württembergischen Landeshauptstadt vereint wurde. Erst im Jahr 2008 wurde das Museum vollständig renoviert und um einige Attraktionen erweitert, zum Beispiel der Dauerausstellung im Erdgeschoss zur Frühgeschichte der Stadt. Dazu muss man wissen, dass der heutige Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt der mit Abstand älteste ist. Funde belegen, dass bereits vor rund 250.000 Jahren an dieser Stelle Menschen lebten. Auch in der Römerzeit war die Region rund um das Klösterle äußerst begehrt. Die Römer bauten an diesem Ort ein strategisch sehr wichtiges Kastell, um gegen die Vorherrschaft der Germanen genügend Widerstand bieten zu können.

Wie man sieht, lohnt sich ein Besuch des Klösterle Bad Cannstatt heute doppelt. Sie können vorzüglich speisen und sich im selben Haus über die spannende und wechselvolle Geschichte von Bad Cannstatt informieren. Aufgrund der großen Nachfrage empfiehlt es sich jedoch, vorher zu reservieren.

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